Wirkstoff Daclizumab: Sicherheitsbedenken

17. Juli 2017

Derzeit läuft ein Artikel 20-Verfahren (Article 20 of Regulation (EC) No 726/2004) wegen Sicherheitsbedenken zum Wirkstoff Daclizumab bei der EMA (European Medicines Agency). Während die Überprüfung noch läuft, hat die EMA das zugelassene Anwendungsgebiet bereits aktualisiert und damit deutlich eingeschränkt:

Daclizumab darf ab sofort nur noch verwendet werden, wenn trotz ausreichender Behandlung mit mindestens einem anderen Basismittel der MS eine hochaktive schubförmige Erkrankung vorliegt oder wenn bei sich rasch entwickelnder schwerer schubförmiger MS ein anderes Basismittel nicht geeignet ist.

Aus der EMA-Mitteilung geht hervor, dass bei bestehender Lebererkrankung oder Leberinsuffizienz Daclizumab jetzt kontraindiziert ist. Wenn neben der MS eine weitere Autoimmunerkrankung vorliegt oder Transaminasen beim Zweifachen der oberen Norm oder höher liegen, wird das Mittel nicht empfohlen. Transaminasen sind Enzyme, die in Zellen aller Gewebe und Organe in unterschiedlichen Konzentrationen vorkommen. Gehen die Zellen beispielsweise in der Leber zugrunde, sprich sterben sie ab, gelangen diese Enzyme in den Blutkreislauf. Ein gewisses Maß an Enzym im Blut ist völlig normal, gehen jedoch vermehrt Zellen zugrunde, kann eine erhöhte Konzentration im Blut gemessen werden, was diagnostisch auf eine mögliche Lebererkrankungen hinweist.

Vorsicht ist auch bei gleichzeitigem Gebrauch anderer hepatotoxischer Arzneimittel geboten. Vor sowie mindestens monatlich während der Therapie und bis zu vier Monate nach Absetzen muss jetzt neben den Transaminasen auch das Bilirubin überwacht werden. Bilirubin ist ein Abbauprodukt des roten Blutfarbstoffes Hämoglobin und entsteht bei Auflösung/Zersetzung roter Blutkörperchen (Hämolyse) vorwiegend in Milz und Leber. Sind zu wenig rote Blutkörperchen im Kreislauf, kann es hier zu einer hämolytischen Anämie (Blutarmut) kommen. Patienten sollen über potenzielle schwere Leberschäden unter Daclizumab und wie sie zu erkennen sind aufgeklärt werden. Bei Zeichen oder Symptomen einer Lebertoxizität sollen sie sofort zum Leberspezialisten überwiesen werden.

Ärzte sollen umgehend bei allen Patienten, die derzeit Daclizumab verwenden, klären, ob diese Therapie noch angemessen ist.

Rote-Hand-Brief zu Daclizumab bei MS

Sie brauchen Unterstützung oder haben Fragen?

Wir als DMSG Hamburg möchten Ihnen gerne weiterhelfen. Kontaktieren Sie uns!

Weitere Informationen für Sie
Unser Ziel ist es, durch die gesteigerte Aufmerksamkeit eine Verbesserung der Lebens- und Versorgungsqualität für MS-Betroffene zu erreichen.

Ihre Spende hilft!

Unsere Arbeit ist ohne regelmäßige Spenden von Privatpersonen und Firmen nicht möglich, denn wir erhalten keine öffentlichen Zuschüsse.

Mitglied werden!

Als Mitglied können Sie von unseren vielfältigen Angeboten profitieren und stärken gleichzeitig die Gemeinschaft der Menschen mit MS.

Beratung!

Wir beraten Sie persönlich, telefonisch und per Mail zu all Ihren Fragen rund um das Leben mit MS. Sprechen Sie uns gerne an!
 

ADRESSE

Deutsche Multiple Sklerose Gesellschaft
Landesverband Hamburg e.V.
Eppendorfer Weg 154-156
20253 Hamburg
Telefon: 040-422 44 33
Telefax: 040-422 44 40
E-Mail: info@dmsg-hamburg.de

Spendenkonto

DMSG Landesverband Hamburg e.V.
Bank für Sozialwirtschaft
IBAN:  DE41 2512 0510 0009 4669 00
BIC: BFSWDE33HAN

Geschäftskonto

DMSG Landesverband Hamburg e.V.
Hamburger Sparkasse
IBAN: DE63 2005 0550 1011 2461 11
BIC: HASPDEHHXXX

Folgen Sie uns